Donnerstag, 29. September 2011

Mein Alltag

So liebe Leute, ich dachte mir es wird mal Zeit euch ein bisschen in meine Arbeit hier einzuweihen und euch zu berichten wie mein Alltag aussieht.
Zunächst muss ich nochmal sagen, dass ich mich hier sehr wohl fühle und ich kein besserers Projekt hätte bekommen können, weil alle sehr herzlich und aufgeschlossen sind und wir immer sehr viel Spaß zusammen haben. Habe seit einiger Zeit mit zwei anderen deutschen Freiwilligen einen Spanischsprachkurs, der dreimal die Woche stattfindet. Sprich, zur Zeit bin ich nicht so oft wie mein Arbeitsplan anzeigt im Internat, allerdings geht der Sprachkurs auch nur noch eine Woche. An den Tagen, die ich hier bin gebe ich mit der anderen deutschen Freiwilligen Englischunterricht für die 5. und 6. Klasse der Primaria. Die Kinder sind so zwischen 11 und 13 Jahre alt, jedoch gibt es auch ein paar die jünger und älter sind. Am Anfang hat das Vorbereiten des Unterrichts noch recht viel Zeit in Anspruch genommen, da meine Spanischkenntnisse sich sehr in Grenzen hielten und ich mir zum Teil ganze Sätze notiert habe um nicht völlig sprachlos der Klasse gegenüberzutreten. Mittlerweile bekomme ich das gut spontan hin und der Unterricht läuft. Jedoch ist es auch ziemlich anstrengend weil die Kinder einfach alle durcheinander reden und auch nicht auf "silencio" oder sonst irgendwelche Ermahnungen hören wollen. Das deutsche Unterrichtskonzept, von wegen einer spricht und die anderen hören zu, klappt hier so gut wie gar nicht... Aber man kann sich irgendwie durchkämpfen. Die meisten sind auch motiviert zu lernen, nur leider etwas zu enthusiastisch.

Nach dem Unterricht helfen ich und die andere Deutsche in der 1. Klasse aus, die nur aus 4 Schülern besteht. Unsere Aufgabe ist es meistens irgendwelche Bücher zu beschriften, einzubinden oder irgendwelche Sachen für die Klasse zu basteln. Um halb 2 ist Schulende und dann haben wir ein wenig Freizeit bis zum Mittagessen, das es um 3 Uhr gibt. Danach versammeln sich alle um das Gelände zu fegen, das nicht wirklich dreckig ist. Der Direktor hat mal gemeint, wie wichtig es ist die Kinder und Jugendlichen zu beschäftigen und ihnen Disziplin beizubringen und dies ist anscheinend eine Form davon..
So gegen 5 geht das Programm dann für uns weiter. Am Dienstag und Donnerstag spielen die kleineren Fußball oder Basketball und wir machen mit. Ich bin immer wieder erstaunt was die kleinen Knirpse so draufhaben, denn ich muss mich schon anstrengen um da mitzuhalten, obwohl ich größer bin. An den anderen Tagen helfe ich den Älteren bei den Englischhausaufgaben und gebe Gitarrenunterricht. Bisher hab ich nur einen Schüler, aber ich gehe davon aus, dass es später mehr werden. Um 8 gibt es Abendessen, und danach bereiten ich und die andere Deutsche meistens den Englischunterricht für den nächsten Tag vor.

Am Freitag werde ich dann von meiner Gastfamilie abgeholt. Leztes Wochenende war ich mit meiner Gastmutter und meiner Gastschwester im Fitnessstudio. Nach einer Stunde Spinning (ich wär fast gestorben...) haben wir direkt im Anschluss Zumba getanzt. Da war ich aber plötzlich wieder bei Kräften weil es mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich hoffe, dass ich das kommende Wochenende wieder die Möglichkeit dazu habe.
Am Sonntag komme ich schon recht früh, so gegen 12 wieder ins Internat zurück. Um diese Zeit kommen die Familien zu Besuch. Allerdings gibt es auch einen recht großen Teil der Kinder, die keine Familie haben oder keinen Besuch bekommen. Mit denen beschäftige ich mich dann. Den Sonntag verbinge ich sehr gerne im Internat, weil alle versammelt sind und die Stimmung sehr ausgelassen ist, da für den Rest des Tages kein Fegen und sonstige Aufgabe anstehen (außer vielleicht Hausaufgaben..) Nach dem Mittagessen, gebe ich nochmal Gitarrenunterricht. Es ist nicht so einfach die ganzen Sachen auf Spanisch zu erklären, aber mit Händen und Füßen klappt es irgendwie, zudem mein Gitarrenschüler auch schon zur Uni geht und mich somit wahrscheinlich noch besser versteht als die kleineren.

Sonntag, 18. September 2011

Dia de Independencia

Geschmückter Essenssaal

v. links: Freiwillige aus Russland, der Direktor des Internats, Projektpartnerin aus Deutschland und ich...







Konnte mich nicht lange oben halten.. ;-)

Montag, 12. September 2011

Neue Gastfamilie :)

Wie ich bereits in meinem letzten Beitrag erwähnt habe, bin ich für die kommenden Wochenenden in einer neuen Gastfamilie untergebracht. Der Grund dafür ist, dass ein anderer Freiwilliger aus Deutschland auch noch eine Familie brauchte und zwar auch unter der Woche und nicht nur an den Wochenenden so wie ich. Da es einfacher ist eine Gastfamilie nur fürs Wochenende zu finden, habe ich gewechselt.

Ich kann nur sagen, dass ich total zufrieden mit meinem neuen Zuhause fürs Wochenende bin. Die Familie hat eine Tochter, die 15 ist, und mit der ich mir ein Zimmer teile und einen Sohn, der in meinem Alter ist. Ich verstehe mich mit allen gut. Mein Gastvater ist schon etwas verrückt drauf, er tanzt und singt auch gerne mal beim Auto fahren (!!) und meine Gastmutter fragt mich immer ob ich was essen will. Und ich muss ihr bestimmt drei mal versichern, dass ich satt bin und nichts mehr will :D

Am 16. September wird hier der "Dia de la Independencia" gefeiert (Unabhängigkeit von Spanien). Schon jetzt ist das Zentrum von Mexiko geschmückt mit vielen Nationalflaggen und kitschigen Beleuchtungen. Werde vorrausssichtlich am 15. im Internat bleiben. Ich weiß nicht genau, was geplant ist, aber es soll einige Angebote für die Kinder geben und natürlich viel traditionelles Essen. Am 16. werde ich dann frühmorgens den Bus nehmen und in den Bundesstaat San Luis Potosi fahren, der weiter nördlich der Hauptstadt liegt und dort das Wochenende mit meiner Gastfamilie verbringen, die schon am 15. dort hinfahren wollen. Bin schon sehr gespannt, was die Woche so bringt.


Fotos kommen übrigens noch...

Samstag, 3. September 2011

Erster Tag im Projekt!

Am Donnerstag bin ich erstmals ins Projekt gekommen. Ich wurde sehr nett von einer Horde kleiner Jungs empfangen, die alle das Gepaeck fuer mich tragen wollten =D
Ich werde mir fuer das Jahr mein Zimmer mit einer weiteren Freiwilligen aus Deutschland teilen, die ich schon bei den Seminaren kennengelernt habe. Ich denke wir werden gut auskommen.

Nachdem das Gepaeck verstaut war, habe ich mich bei den Kindern und Jugendlichen im Internat vorgestellt und erste kleine Gespraeche gefuehrt, wobei das mit dem Spanischen nicht so einfach ist... Aber gluecklicherweise sind hier alle sehr geduldig mit mir und erklaeren mir wenn es noetig ist auch dreimal was sie meinen. Ein Junge im Internat beruhigt mich immer und meint, ich lerne "poco a poco" und spricht immer in Zeitlupe mit mir, was ich sehr nett finde.

Was mir sofort aufgefallen ist, dass eine unglaublich grosse Disziplin im Internat herrscht. Vor jedem Essen oder vor jeder Veranstaltung stellen sich die Jungs in etwa 15 Reihen auf, aufgeteilt nach Alter und dann fragt der Direktor jede Reihe ob sie "completos" ist. Ausserdem ist jeder verplichtet das Internat zu fegen, und das jeden Tag. Wirklich dreckig ist es nicht, aber ich vermute es geht einfach ums Prinzip, das jeder bestimmte Aufgaben hat ob er mag oder nicht. Den ersten Tag habe ich mit den ganz kleinen, die um die 8 Jahre alt sind, den Hof gefegt. Ein Paar haben die Aufgabe nicht ganz ernst genommen (was ich durchaus verstehen kann, da der Hof recht sauber war) aber alle haben gefegt und die Arbeit nicht verweigert, was mich schon etwas erstaunt hat. Etwas spaeter habe ich dann den Grund ihres Verhaltens erfahren, denn zwei Jungen, die nicht fegen wollten, haben zur Strafe extra Aufgaben bekommen und wurden vor allen blossgestellt.

Was ich auch bemerkenswert finde, ist dass die Mehrheit der Jungen sehr hilfsbereit und hoeflich ist. Und das, obwohl die meisten nicht aelter als 13 Jahre alt sind. Beim Essen wollen immer alle dass ich bei ihnen sitze und holen den Teller etc. fuer mich ohne dass ich danach frage.

Am ersten Tag habe ich auch gleich Fussball gespielt (ich werde hier sehr viel Sport treiben.. xD). Die Kleinen waren noch in der Schule, nur ein paar von den Aelteren waren auf dem Gelaende. Habe versucht mit einem ein Gespraech aufzubauen was sich als sehr schwierig erwiesen hat, weil ich einfach kaum ein Wort verstanden habe. Leider kann hier so gut wie keiner Englisch, also muss es auch irgendwie so klappen.. Beim Fussball spielen hat er auch versucht mit mir zu reden, was auch sehr schwierig war, da ich die ganzen Fussballbegriffe nicht kannte. Jetzt bin ich allerdings schlauer, und verstehe Dinge wie "schiessen", "Tor", "Torwart" etc.

Eine weitere Herausfordeung neben dem Spanisch sind die vielen Namen die ich mir merken muss. Am Anfang hat ihn mir jeder gesagt aber leider hatte ich sie schon nach kurzer Zeit vergessen. Auch nach mehrmaligem Nachfragen, kann ich bis jetzt leider nur ein paar Namen. Bei ueber 150 Jungen gestaltet sich das als ausserst schwierig..

Bin zurzeit in meiner Gastfamilie, die sehr nett ist. Allerdings werde ich nur vorruebergehend hier sein. Ist alles etwas kompliziert. Werde spaeter mehr berichten. Auf jeden Fall freue ich mich schon wieder auf Montag, wenns wieder ins Projekt geht :)